Von Meryem El Mehdati, erschienen am 28.04.2026 bei HarperCollins. Aus dem Spanischen übersetzt von Johanna Schwering, die 2023 für ihre Übersetzung von „Die Cousinen“ mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurde.
Was passiert eigentlich nach dem Studium, wenn alle anderen in deinem Alter scheinbar einen Plan haben? Genau daran knüpft „Supersaurio“ an. Meryem El Mehdati erzählt vom Erwachsenwerden, und gleichzeitiger Selbstironie. Das Ganze spielt auf Gran Canaria, wo auch die Autorin selbst lebt.
Zwischen Supermarktregalen und Selbstfindung
Die Erzählerin Meryem arbeitet als Praktikantin bei der Supermarktkette Supersaurio. Eigentlich rechnet sie jeden Tag damit, gekündigt zu werden. Umso überraschter ist sie, als sie stattdessen eine Festanstellung bekommt. Für viele wäre das ein Grund zur Freude. Für Meryem ist es eher ein weiterer Beweis dafür, dass das Leben selten so läuft, wie man es erwartet.
Sie hat keinen großen Karriereplan, keine Fünfjahresstrategie und auch nicht das Gefühl, angekommen zu sein. Während ihr Umfeld scheinbar genau weiß, wohin es will, lebt sie eher in den Tag hinein: mal zynisch, mal schlagfertig und oft mit einer Portion Selbstironie, während sie von ihrer Chefin Yolanda regelrecht gemobbt wird.
Besonders gelungen beschrieben ist, wie Meryem mit dem Thema Herkunft umgeht. Weil ihr Name ständig falsch ausgesprochen wird und Menschen ungefragt wissen wollen, „woher er denn kommt“, beginnt sie irgendwann, einfach zu lügen. Mal sagt sie Italien statt Marokko. Eine kleine Rebellion gegen die ständigen Schubladen, in die andere sie stecken wollen.
Schnell und mit viel Witz
„Supersaurio“ liest sich rasant. Die Sprache ist direkt, die Gedanken springen manchmal genauso schnell wie das Leben selbst. Dabei ist Meryem keine Heldin, die alles richtig macht. Sie bereut manches, trifft fragwürdige Entscheidungen und nimmt sich selbst dabei nie zu wichtig. Gerade das macht sie so sympathisch.
Der Roman erzählt vom Leben nach dem Studium, von prekären Jobs, Identität und den Erwartungen, die andere an junge Menschen haben. Vor allem aber davon, dass man nicht immer einen perfekten Plan braucht, um seinen eigenen Weg zu finden.
Text: Alexandra Caspar
Foto: Amac Garbe