Alles da in der Friedrichstadt

Wenn in der Suchleiste eines Browsers „Dresden Friedrichstadt“ eingetippt wird, tauchen weniger spannende Schlagworte bezüglich des Stadtteils auf. Denn Wikipedia ist zwar voller Informationen, aber Tipps und Meinungen von FriedrichstädterInnen überzeugen LeserInnen und BesucherInnen mehr.

Dieser Stadtteil am Rande der Altstadt, umringt von der Elbe und den Stadtteilen Cotta und Löbtau, bietet nicht nur Mietwohnungen, sondern auch Veranstaltungsorte. Der Vorteil ist, dass alles sehr nah und kompakt liegt. Man muss nicht durch die halbe Stadt rasen, denn alles Wichtige für den Alltag findet man innerhalb von 500 Metern und durch die Haltestelle Bahnhof Mitte kommt man entspannt mit öffentlichen Verkehrsmitteln in wenigen Minuten in die Neustadt, Altstadt, zur Universität und anderen Hochschulen. Lage und Anbindung sind also top.

Auch die Mietpreise für die typischen Altbauwohnungen sind überschaubar und nicht abgehoben, was ein weiterer Vorteil ist. Wer zum Beispiel nach Dresden kommt, ist hier gut aufgehoben, da hier Wohnungen mit zwei Zimmern bereits ab ca. 350 Euro Kaltmiete angeboten werden.

Man möchte ja nicht nur ein Dach über den Kopf haben, sondern auch mal hinausgehen, und was man da findet, ist nicht langweilig. Für Sportinteressierte liegt an der Elbe das Ostragehege. Der gesamte Komplex beinhaltet ein Stadion, eine Eishalle, ein Fechtergebäude, Fußballplätze und Laufbahnen. Im Außenbereich kann man auf der öffentlichen Sportfläche skaten und sich bei anderen Freizeitaktivitäten auslassen. Die Friedrichstadt lädt auch zum Tanz ein. Das Tanzzentrum (Schweriner Straße 56) heißt alle Interessierten zu Workshops oder Tanzausbildungen willkommen, um zum Beispiel Paartanz zu lernen. 

Wer gern mit dem Rad unterwegs ist und ab und an mal eine Werkstatt braucht, kann sich beim Rostigen Ross (Berliner Straße 28) mit einbringen. Die Selbsthilfewerkstatt stellt alles, was man braucht, zur Verfügung und veranstaltet auch Workshops, wenn man noch nicht weiß, wie das Reparieren des Fahrrads funktioniert. Wenn das Rad dann gut läuft, lohnt es sich, zum Ostrablick auf dem Hügel neben dem Alberthafen (Magdeburger Straße 19) zu fahren. Von dort aus hat man einen schönen Blick auf die Umgebung und kann mit einem kühlen Getränk aus dem Späti (Wachsbleichstraße 2b) ein wenig die Seele baumeln lassen.

Skater findet man in der Friedrichstadt vermehrt auch beim Koreanischen Platz, denn dort gibt es nicht nur einen Ort der „Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Korea“, sondern auch einen kleinen Park, der einen Basketballkorb und eine Tischtennisplatte vorweist.

Wer lieber in eine Lokalität geht, dem ist die Rösslstube (Friedrichstraße 37) zu empfehlen. Neben Barabenden gibt es Jamsessions, Workshops, regelmäßige Ausstellungen und Bandauftritte. Dort wird die sonst ruhige und gar nostalgische Friedrichstadt belebt. KünstlerInnen haben auch die Möglichkeit, sich beim riesa efau (Wachsbleichstraße 4a) auszuleben. Neben Kaffee, Kuchen und offenen Treffen fördert er Kultur und bietet eine große Bandbreite an Gestaltung, Workshops, gemeinschaftlichen Projekten.

Im September 2019 wurde die Eröffnung vom Alten Pumpenhaus an der Marienbrücke (Devrienstraße 18b) gefeiert, was zukünftig – an ihrem Rande gelegen – noch mehr Kultur in die Friedrichstadt bringt. Wer es lieber märchenhaft mag, begibt sich am besten zur ehemaligen Tabakfabrik Yenidze (Weißeritzstraße 3). Neben den Veranstaltungsräumen verbirgt sich unter der Kuppel ein Restaurant. Die Yenidze ist nicht nur von außen schön anzuschauen, denn auch die Innenausstattung ist orientalisch.

Das Kraftwerk Mitte am Wettiner Platz ist wie die Kirsche auf dem Friedrichstädter Eisbecher. In den großen, roten Backsteingebäuden verbergen sich die Staatsoperette Dresden, die Theatergruppe tjg. theater junge generation, das Energiemuseum und nicht zu vergessen: BesucherInnen können sich Ausstellungen über aktuelle Themen anschauen.

Diese Vielfalt in der Friedrichstadt spiegelt sich bei den Menschen und sorgt für allgemeine Sympathie, obwohl viele Wohngebäude eher heruntergekommen sind. Ein Zeichen der Zeit sind aber nicht nur die Gebäude. Im Schulmuseum (Seminarstraße 11) können sich BesucherInnen donnerstags von 14 bis 17.30 Uhr von den Themen Schule und Bildung von der Kaiserzeit bis hin zur Gegenwart begeistern lassen.

Der Stadtteil zieht durch das kulturelle Angebot und die günstigen Wohnungen junge Menschen an, die diesen Teil Dresdens auf ihre eigene Art und Weise neu kreieren und erweitern. Am Bahnhof Mitte gibt es, abgesehen von der Vielzahl an Tauben, besonders in den Nachtstunden Trubel. Auch vor dem besagten Späti tummeln sich oft durstige Menschen. Aber der Stadtteil ist offen für jeden, egal ob StudentInnen, ArbeiterInnen oder RentnerInnen, und das macht ihn charakteristisch. Vielleicht ist dieser abgenutzte Charme der Umgebung interessant und anziehend für sie.

Letztendlich bietet die Friedrichstadt alles, was man braucht – Gemeinschaftsorte, Kulturprogramm, günstige Mietpreise, Einkaufsmöglichkeiten und Verkehrsanbindungen in alle Richtungen.

Text: Anne Pollenleben

Foto: Amac Garbe

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