Den Blick schärfen

Das MOVE IT! Filmfestival hat eine neue Bildmarke. Das bunte, stilisierte Radar wurde von einer Linse abgelöst. Eine Kameralinse, die fokussiert, Themen in den Blick nimmt, genauer hinsieht. Wahrnimmt, wie Dinge sich verändern. „Becoming“ heißt folgerichtig die diesjährige Ausgabe des Dresdner Filmfestivals für Menschenrechte, das vom 9. bis 15. November stattfindet.

Beim Festival gibt es 25 Dokumentar- und Spielfilme zu sehen, die von Menschen erzählen, „die gesellschaftliche Normen hinterfragen, für ihre Rechte kämpfen und unter schwierigen Bedingungen neue Wege suchen.“ Es geht um Widerstand, Selbstermächtigung und die Hoffnung auf eine gerechtere Zukunft. Und es macht sichtbar, dass Veränderung ein Prozess ist, kein singuläres Ereignis.

Um den MOVE IT! Filmpreis für Menschenrechte konkurrieren fünf der 25 gezeigten Filme, gewählt von der langjährigen Auswahlkommission bestehend aus Frank Pawella von der TU Dresden, Medienpädagogin Uta Quietzsch und Künstler Daniel Rode. Dabei ist u. a. die internationale Ko-Produktion „A Fox under a Pink Moon“, das filmische Selbstporträt der afghanischen Bildhauerin und Illustratorin Soraya Akhlaghi, die aus dem Iran zu ihrer Mutter nach Österreich fliehen will. Zu sehen am 13. November (20.15 Uhr) im Thalia-Kino.

Eröffnung mit Israel-Palästina-Konflikt

Zur Eröffnung am 9. November (18 Uhr), ebenfalls im Thalia, zeigt das Festival den Blick der israelischen Dokumentarfilmerin Anat Even auf den Israel-Palästina-Konflikt, indem sie direkt an der Grenze zum Gaza-Streifen filmt, an der neben Militärfahrzeugen auch immer noch Traktoren ihre Kreise ziehen. Dabei kommt in „Collapse“ neben der israelischen Sicht auch die palästinensische zu Wort.

In Dresden und Sachsen lebende Frauen können beim Film- und Begegnungsabend „Originalstimmen: Frauenleben im Wandel“ am 12. November (16 Uhr) im Stadtteilhaus Johannstadt in den Austausch gehen. Zunächst wird der iranische Dokumentarfilm „Cutting through Rocks“ über die geschiedene, Motorrad fahrende ehemalige Hebamme Sara Shahverdi im Nordwesten des Iran gezeigt. Danach sollen vor allem Frauen mit DDR-Biografie und jene mit Migrationsgeschichte miteinander ins Gespräch kommen, der Abend ist aber offen für alle Frauen und FLINTA*. Eine Anmeldung ist vonnöten und nur bis zum 6. November möglich.

„Cutting through Rocks“ © 2025 Gandom Films Production LLC
„Cutting through Rocks“ © 2025 Gandom Films Production LLC

Neben den Filmen und Gesprächsformaten gibt es z. B. auch einen Workshop zur feministischen Filmkritik in Kooperation mit dem Filmverband Sachsen und den MOVE IT! Young Nachwuchswettbewerb. Die Hauptspielstätten sind neben dem Thalia die Filmgalerie Phase IV, das Zentralkino und das studentische Kino im Kasten. Eintrittskarten kosten ermäßigt fünf, normal acht und als Soliticket neun Euro, wobei ein Euro als Spende an den veranstaltenden Verein Aktionsgemeinschaft für Kinder- und Frauenrechte (AKIFRA) geht.

Wir verlosen 2×2 Freikarten für die Eröffnungsveranstaltung am Montag (9.11., 18 Uhr) im Thalia. Schreibt eine Mail mit dem Stichwort MOVE an leserpost@campusrauschen.de – wer zuerst mailt, gewinnt zuerst! Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Text: Nadine Faust

Foto: „A Fox under a Pink Moon“ @ CAT&DOCS

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