Neu im Kino: Die Blutgräfin

Man möchte meinen, wenn die Namen Isabelle Huppert, Lars Eidinger, Birgit Minichmayr, Karl Markovics oder auch Tom Neuwirth aka Conchita Wurst in einem Film vereint werden, erwartet uns ein Feuerwerk. Doch gelingt der altgedienten deutschen Künstlerin und Filmemacherin Ulrike Ottinger dieser Coup?

Knapp 30 Jahre dauerte die Genese von Ottingers „Blutgräfin“, zumindest hatte sie die Idee zu einem Vampirfilm in Wien schon Ende der 90er. Doch es dauerte zwei Jahrzehnte und brauchte über 20 verschiedene Drehbuchversionen, bis Isabelle Huppert nun als die ominöse Gräfin in die Kinos gekommen ist. Und man möchte meinen, man merke ihr die Patina und etwas Staub an. Ottinger sammelt rote Samtstoffe und Brokat an, als wären sie einem alten David-Lynch-Film entsprungen. Die Dialoge wirken gestelzt, ja regelrecht blutleer und groteske Szenen verhallen im Raum, ohne genügend auf die Spitze getrieben zu werden. Die Rakete … verpufft. Und das alles wohlgemerkt bei einem Vampirfilm.

Grundlage für Ottingers Film ist die ungarische Gräfin Elisabeth Báthory, die um 1600 lebte und der ab 1611 der Prozess wegen Serienmordes an ihren Dienerinnen gemacht wurde. Infolge entstand die Legende um die Blutgräfin, die vielfach Niederschlag in Literatur und Film fand. Ottingers Gräfin kommt nach Wien, weil sie von einem Buch gehört hat, dass Vampire sterblich machen soll, was natürlich verhindert gehört. Unterstützung bekommt sie von Zofe Hermine, für Gegenwind sorgen ein Vampirkongress, die Ermittlungen des Oberinspektors Unglaube und ein vegetarischer Verwandter, der von Eidinger psychologisch betreut wird.

Klingt albern? Ist es auch. Lachen muss man meist trotzdem nicht – da helfen auch die Dialoge von Elfriede Jelinek nicht. Im Gegenteil. Schade, besonders zu Halloween. Aber gruselig ist hier höchstens der Film an sich.

Text: Nadine Faust

Foto: Dass bei der Ausstattung gespart wurde, kann man der „Blutgräfin“ nicht vorwerfen – ebenso beim Personal. © Neue Visionen Filmverleih

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