Sommerplanung #1

Der Winter ist doof. Er ist lang, dunkel, grau – und anstrengend: Studierende arbeiten im Wintersemester durchschnittlich elf Prozent mehr als im Sommer-Pendant. Das hat der Hochschulforscher Rudolf Schulmeister bei einer Meta-Analyse herausgefunden. Zum heutigen Vorlesungsbeginn kann das nur eines heißen: Die Ferien haben gerade erst begonnen.

Aber was machen mit all der freien Zeit? Ganz einfach: Campusrauschen lesen. In unserer Serie werden wir Euch kontinuierlich mit Artikeln versorgen, die von langen Wegen handeln oder von kurzen Nächten, vom leisen Zirpen der Grillen oder von lauten Open-Air-Konzerten. Kurzum: vom Sommer. Als Kostprobe gibt es heute eine kleine Sammlung von Ideen für die ersten drei Sommermonate. Für drinnen, für draußen, für alles dazwischen.

April

Drinnen: Über 300 Filme aus mehr als 50 Ländern, 20.000 Besucher, zwölf Locations – das ist das FILMFEST DRESDEN. Schon zum 30. Mal wird Dresden für fünf Tage, vom 17. bis 22. April, zum Kurzfilm-Mekka. Zu sehen sind lustige Filme und traurige, Filme für Kinder und als Experiment. Es geht um Europa, um die DDR 1968, um Griechenland und Georgien. Eines haben alle Filme gemeinsam: Sie dauern maximal 30 Minuten. Macht mindestens 48 Filme, die man sich an einem verregneten April-Tag angucken kann. Also theoretisch.

Draußen: Dürrröhrsdorf-Dittersbach ist kein Zungenbrecher, den sich ein betrunkener und eher mäßig kreativer Sachse ausgedacht hat. Dürrröhrsdorf-Dittersbach ist ein Ort, gelegen auf halber Strecke zwischen Dresden und der Sächsischen Schweiz. Der hat zwar nicht allzu viel zu bieten, aber beherbergt immerhin Deutschlands erstes Goethe-Denkmal. Das wiederum steht auf der Schönen Höhe, mit 329 Metern einer der höchsten Berge der Umgebung. Um die zu besteigen, muss man nicht einmal ein motorisiertes Vehikel benutzen, sondern nur den eigenen Drahtesel: Ab Dresden-Weißig führt ein zum Radweg umgebauter alter Bahndamm nach … ach, D-D.

Und sonst so: Am 14. April (14 Uhr, Theaterplatz) beim Science March für eine freie Wissenschaft auf die Straße gehen.

Mai

Drinnen: Vergangenen Monat Leinwand, diesen Monat Bühne: Vom 2. bis 6. Mai findet in Dresden das 10. Sächsische Theatertreffen statt. Aus Zwickau, Chemnitz, Leipzig oder Döbeln ziehen Ensembles gen Landeshauptstadt, um den Zuschauern eine der insgesamt 13 Festivalinszenierungen zu bieten. Garniert wird das alles mit Diskussionen zum Thema „Theater und das Digitale“ und einem Preis für die Besten.

Draußen: Vergangenen Monat halbe Sachen, diesen Monat ganze Sachen: Statt auf halber Strecke zwischen Dresden und Schmilka und mickrigen 329 Metern zu verweilen, geht es im Mai so oft wie möglich in die Sächsische Schweiz. Goldsteinaussicht, Idagrotte, Hinteres Raubschloss – warum in die Ferne schweifen?

Und sonst so: Beim New Dresden Festival (25. bis 27. Mai, Postplatz) des Montagscafés vom Staatsschauspiel zusammen kochen, lernen, musizieren.

Juni

Drinnen: Abends drin sein? In den längsten Nächten des Jahres? Schon klar. Und im November bei Schneeregen dann ins Freibad. Aber für die Bildung tut man ja bekanntlich alles – im Juni hat man dazu in gleich zwei Nächten die Gelegenheit. Erst ist am 15. Juni die Lange Nacht der Wissenschaften, dann am 30. Juni die Museumsnacht. Erst erfährt man, wie ein Roboter funktioniert oder welche Weiblichkeitskonstruktionen in Märchenfilmen stecken. Dann, wie sich Kurfürsten um 1600 gekleidet haben und wie die Reformation auf Medaillen festgehalten wurde. Das alles und noch viel mehr.

Draußen: Auf nach Görliwood! Aber nicht, um sich jene Stätten anzugucken, an denen Jude Law, George Clooney und Co. gewirkt haben. Sondern echtes Theater, live, in Farbe – und auf der Straße. Vom 28. bis 30. Juni findet in Görlitz und der polnischen Nachbarstadt Zgorzelec das Straßentheaterfestival Via Thea statt, das auch mit Artistik und Figurentheater nicht spart. Wenn man schon einmal da ist, kann man auch gleich die Landeskrone besteigen, den Hausberg der Stadt.

Und sonst so: Sich ohne Eintritt mit den Massen über die BRN (15. bis 17. Juni) schieben, die Freiheit auf dem kostenpflichtigen Elbhangfest (22. bis 24. Juni) genießen – oder die Vorteile beider kombinieren und zu Sankt Pieschen (1. bis 3. Juni) gehen.

 

Text: Luise Martha Anter

Foto: Amac Garbe

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