Kulturpiks

Seien wir doch mal ehrlich: Weihnachten ist ein Fest des Konsums. 325 Euro wollen Menschen in Deutschland im Durchschnitt für ihre Geschenke an die Liebsten ausgeben. Hinzu kommen Baum, Festessen und all die anderen Leckereien. Dabei gibt es Menschen, die gucken gerade mal wieder in die Röhre. Die Türen ihrer Kulturstätten sind zu, Angestellte und Aushilfen sitzen zu Hause, Einnahmen gibt es nicht oder nur in sehr geringem Maße. Das wiederum wirkt sich beispielsweise auch auf den Kulturjournalismus aus. Dem fehlen nicht nur Inhalte, sondern auch Anzeigenkund:innen.

Dass diese Institutionen überleben und Menschen der Kultur nicht auf Dauer in andere Branchen abwandern, liegt nicht nur, aber auch in unserer Hand. In dem wir ihre digitalen Angebote nutzen, sie auf sozialen Plattformen unterstützen und das nächste Weihnachtsgeschenk vielleicht direkt bei ihnen kaufen. Das muss nicht immer ein Gutschein sein. Lokale Kunstschaffende haben auch Handfestes im Angebot.

Doch letztlich bleibt nur zu sagen: Impfen schützt auch die Kultur – weswegen einige Institutionen sich schon selbst Impfaktionen ins Haus geholt haben. So bleibt die aktuelle Ausstellung oder das neueste Stück zwar den Augen verschlossen, aber der Gang zu Museum & Co. ist trotzdem nicht sinnlos. Dann können wir alle das Weihnachtsfest in Zukunft vielleicht wieder unbeschwerter genießen – und teure Geschenke eventuell trotzdem durch regionale Kleinigkeiten ersetzen.

Text: Nadine Faust

Foto: Amac Garbe

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