Unsere Tipps der Woche

Die Woche hat mehr zu bieten als Dozenten lauschen und lernen. Zwischen Kultur und politischer Teilhabe ist alles dabei.

Montag, 21.1.

Habt Ihr was von der „10 Year Challenge“ mitbekommen? Was als spaßiger Trend begann, Bilder von sich selbst vor 10 Jahren und heute im Vergleich in sozialen Netzwerken hochzuladen, wurde schnell zu einer Aktion, die einem das Lachen im Hals stecken bleiben lässt. Denn Umweltorganisationen begannen, schockierende Bilder mit dem Hashtag #10yearchallenge hochzuladen, welche die Umweltverschmutzung und den Klimawandel verdeutlichen. Sie zeigten beispielsweise eine riesige Eiswand, die heute zu einem winzigen Häufchen zusammengeschmolzen ist. Für manche mag es immer noch weit weg klingen, aber das Thema Klima betrifft auch die DresdnerInnen, denn im Umland gibt es riesige Tagebaue, deren Strom in hiesige Steckdosen fließt. Und die TU Dresden ist einer der größten Verbraucher des Landes. Darauf wird aufmerksam gemacht bei der Einweihung eines „Denkmals für das Klima“ vor dem Hörsaalzentrum der TUD (Bergstraße 64) zwischen 12.40 bis 13 Uhr.

Der Begriff Frieden ist abstrakt und dennoch begleitet er uns ein Leben lang – ambivalent, viel umkämpft und umstritten. Lasst Euch das Thema Freiheit also zur Abwechslung mal ein bisschen anders darbieten! Bei dem SLUB-Campus-Konzert „Schwingungen – ein Konzert für den inneren und äußeren Frieden“ erwarten Euch ambitionierte junge MusikerInnen, die ihr Verständnis von Freiheit ganz konkret darbieten werden. Ob mit dem Cello, der Gitarre, der Oud, dem Klavier oder der Stimme: Klassiker, Eigenkompositionen und SlammerInnen von Mic4Peace Dresden aus Ägypten und Indien laden Euch zum Schwingen ein. Um 19 Uhr könnt Ihr Euch in der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (Zellescher Weg 18) im Klemperersaal einfinden. Der Eintritt ist frei, Spenden sind jedoch gern gesehen.

Wen es musikalisch zum Alternative Indie-Pop zieht, der sollte LERICHE auf seiner X-Dreamer-Tour nicht verpassen. Mit einer sehr persönlichen Note erzählt der aus einer kleinen Stadt in Neufundland kommende Sänger und Songwriter von den Erfahrungen, die er in seinem Leben gemacht hat. Nur mit seiner Gitarre ausgerüstet, ist der Solokünstler um 20.30 Uhr im Ostpol auf der Königsbrücker Straße 47 anzutreffen. Der Eintritt kostet acht Euro.

Dienstag, 22.1.

Ich will Euch nicht beunruhigen, aber so langsam startet wieder die prokrastinationsreichste Zeit des Semesters: die Prüfungsphase. Wer also das Bedürfnis verspürt, sich abzulenken, aber wenigstens die Intention hat, dabei irgendwie dennoch etwas sinnvolles zu tun, der sollte sich ab jetzt jeden Dienstag zwischen 17.30 und 19 Uhr im Café Achtsam auf der Wallstraße 15 einfinden. Viele Yogis sind absolut überzeugt davon, dass Yoga es schafft, das Gedankenkarussell zu beruhigen, Gelassenheit zu üben, den Fokus nach innen zu richten und dabei Energie zu schöpfen. Für sechs Wochen Training bezahlt man einmalig 79 Euro. Ihr könnt aber auch nur einmal kommen (9,99 Euro) oder eine 10er-Karte kaufen (74,90 Euro), denn dann könnt Ihr verschiedene Kursen auswählen, die Ihr besucht.

… und wenn wir schon mal beim Entspannen sind: Gibt es etwas schöneres, als ein Fünkchen Leben und Abenteuer in der Prüfungsphase zu spüren? In der Zentralbibliothek im Kulturpalast auf der Schlossstraße 2 findet ein Travel Slam statt, der zeigt, dass auf Euch auch eine Welt außerhalb der SLUB, fern von flimmernden Laptop-Bildschirmen und dicken Heftern, wartet. Eine Welt, die von uns (weiter) entdeckt werden will. Eine abenteuerliche, erlebnisreiche und interessante Welt, die Euch drei Slammer, konkurrierend um die beste Story, durch fotografisch untermalte ca. 15-minütige Vorträge näherbringen werden. Unter dem Motto „Reisende soll man nicht aufhalten, sondern erzählen lassen“ beginnt das Event um 19.30 Uhr und kostet neun Euro.

Gewinner der deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften, Schreiber für „Neo Magazin Royale“ und „Olaf macht Mut“ sowie YouTuber, Blogger und Twitterer mit politischem Engagement … So jemanden findet man in Dresden nicht? Doch, klar: um 20 Uhr in der Scheune (Alaunstraße 36-40). Die Rede ist von André Herrmann, der aus seinem zweiten Roman „Platzwechsel“ liest, in dem es darum geht, dass er Sachsen eigentlich entkommen wollte und das Schicksal es dann doch irgendwie anders mit ihm meinte. Amüsement ab 10,60 Euro.

Falls Euer Entspannungsprogramm noch aufregender sein darf, solltet Ihr „Inherent Vice“ nicht verpassen. Der Film läuft ab 20.30 Uhr im Kino im Kasten (August-Bebel-Straße 20). Nach einem entspannten Summer of Love in Los Angeles erwartet den Protagonisten des Films, ein dauerkiffender Privatdetektiv namens Doc Sportello, die Nachricht von den grausamen Manson-Family-Morden. Und dann bittet ihn auch noch seine Ex um Hilfe. Für drei Euro erwartet Euch hier also ein spannender Abend.

Mittwoch, 23.1.

Hier ein Tipp für die Kunstinteressierten unter Euch, denn die Kunstausstellung Kühl (Nordstraße 5) hat einiges zu bieten. Gezeigt werden Werke von Friederike Curling-Aust und Brian Curling und es gibt eine Sonderausstellung zum Schaffen des Künstlers Werner Wittig, dessen erste Werkschau schon 1970 hier stattfand. Ein Künstler, der sich gegen politische Bevormundung positionieren konnte und dessen Lebenswerk sich in 15 Gemälden sowie Holzrissen, Aquarellen und Zeichnungen nur angenähert werden kann. Geöffnet zwischen 11 und 19 Uhr, der Eintritt kostet nichts.

Wer beim Stichwort Studentenwerk nicht nur an nervige BAföG-Anträge und Co. denken will, sollte die Veranstaltung „100 Jahre Studentenwerk Dresden – Lernen Sie uns kennen“ im Tusculum von 15 bis 20 Uhr besuchen. Hier habt Ihr die Möglichkeit, die Tangovorführung des Universitätssportzentrums, die Vorführung des Kindertanzensembles der TU Dresden, eine kommentierte Hausführung mit dem Architekten Dr. Karl Unger, die Fotoprojektion des Studentischen Fotoklubs Dresden und die öffentliche Probe der TU Big Band Dresden e. V. zu genießen. Ab 17 Uhr kann auch der Studentenklub WU 5 besucht werden. Das Programm im Tusculum (August-Bebel-Straße 12) ist kostenlos.

Im Hörsaalzentrum der TU Dresden (Raum HSZ/E03/U) geht es um ein Miteinander und Unterstützungsmöglichkeiten für Geflüchtete mit LSBTI*Hintergrund. Carolin Wiegand wird zwischen 18.30 und 20 Uhr das Projekt „borderless diversity“ vorstellen. Dieses sieht sich als Anlaufstelle und Schutzraum für lesbische, schwule, bisexuelle, transidente und intergeschlechtliche MigrantInnen und Geflüchtete sowie deren Angehörige, die Sensibilisierungsangebote für MitarbeiterInnen und offene Treffen organisieren. Carolin Wiegand stellt die Herausforderungen dieser Menschen vor und bietet die Möglichkeit, Kontakt zum Projekt und dem unterstützenden Gerede e. V. herzustellen. Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Donnerstag, 24.1.

Im Dezember 2018 verließen drei SPD-Abgeordnete kurz vor dem Haushaltsbeschluss den Dresdner Stadtrat, weswegen die Mehrheit kippte. Sie gründeten eine „Bürgerfraktion“, die gemeinsam mit CDU, FDP und AfD die neue Mehrheit bildet. Diese sieht nun von Inhalten ab, die mit den Vorgängern und Oberbürgermeister Dirk Hilbert vereinbart waren. Das betrifft Fördersummen für die Bereiche Soziales, Gleichstellung, Kinder- und Jugendhilfe sowie kommunale Kultur. Einige Projekte können deshalb nicht mehr realisiert werden. Im Stadtrat wird heute deshalb über einen Eilantrag von Rot-Grün-Rot entschieden, dessen Ziel die Absicherung der Finanzierung der betroffenen Bereiche ist. Wenn Ihr zeigen wollt, dass Ihr diese Forderungen von Rot-Grün-Rot gut und wichtig findet und wollt, dass Projekte weiterhin gefördert werden können, dann begebt Euch um 15 Uhr zur Goldenen Pforte vor dem Rathaus am Dr.-Külz-Ring 19 zur Demo von Dresden kippt.

Das Wohlbefinden der Kinder liegt nicht nur den Eltern, sondern auch allen Menschen in pädagogischen Bereichen besonders am Herzen. Die Diplom-Soziologin Petra Schneider-Andrich informiert diesbezüglich im AZ Conni (Rudolf-Leonhard-Straße 39) über das Konzept des Wohlbefindens bei Kindern unter drei Jahren und zeigt Möglichkeiten auf, diese pädagogisch in der Erziehung umzusetzen. Die Konzeptideen stammen aus dem Praxisentwicklungsprojekt „Wohlfühlen – Wahrnehmen – Wachsen“, an dem die Soziologin mitarbeitete, und entstammt kritisch-hinterfragenden Überlegungen der ProjektmitarbeiterInnen hinsichtlich der Bildungsdebatte. Wer sich darüber informieren möchte, kann das kostenfrei ab 19.30 Uhr tun.

Freitag, 25.1.

Nichts bessert die Laune mehr auf als die Aussicht auf ein schönes Erlebnis. Wer Motivation und Reiselust tanken möchte, kann das über das gesamte Wochenende zwischen 10 und 18 Uhr tun und auf die Reisemesse am Messering 6 kommen. Egal ob Genießer- oder AbenteuerurlauberIn, hier gibt es Inspirationen rund um die Urlaubs- und Freizeitgestaltung: Kurztrip, Rundreise, Städtetour, Hotel, Camping, Caravaning – auf 20.000 Quadratmetern könnt Ihr Euch über all das informieren. Für einen Tag auf der Messe bezahlen Studis sechs Euro.

Heute gibt es ein 17-Jahre-Katy’s-Garage-Rock-Friday-Special! Euch erwartet die Liveband MAX & THE BASH und anschließend geht es weiter mit MS LIGHTNING + DJANE DELÜSCHES vs. DJ F.o.D + DJ CYBERPUNK. Wer schon zwischen 20 und 22 Uhr Katy’s Garage auf der Alaunstraße 48 aufsucht, bekommt den Eintritt spendiert und seine Lieblingscocktails zu Happy-Hour-Preisen. Ansonsten kostet der Spaß vier Euro Eintritt.

Wer Lust auf Jazz hat, sollte sich das Konzert des Jazzorchesters der Studierenden der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden nicht entgehen lassen. Unter der Anleitung von Malte Schiller, der 2012 mit seinem Ensemble RED BALLOON den Burghauser Nachwuchs-Jazzpreis gewann, orientieren sich die Musiker an der GERRY MULLIGAN CONCERT BAND. Bei einer Symbiose von Blech- und Holzbläsern inklusive einer Rhythmusgruppe versieht Schiller das Gesamtkonzept mit einer eigenen Note. Die Veranstaltung findet um 19.30 Uhr im Konzertsaal der Hochschule (Wettiner Platz 13) statt und kostet acht, ermäßigt sechs Euro.

Samstag, 26.1.

Wer von Euch noch nichts vom neuen Polizeigesetz gehört hat, sollte mit offenen Augen über den Campus und durch die Neustadt laufen: Überall finden sich Plakate, die zur Demo aufrufen. Das Bündnis Polizeigesetz stoppen, welches sich gegen dieses Gesetz stark macht, kritisiert die Einschränkung der Grundrechte der BürgerInnen und die Aushebelung der Unschuldsvermutung. Dass dieses Gesetz der Polizei mehr Kompetenzen geben soll, wie beispielsweise die präventive Telekommunikationsüberwachung oder die Militarisierung der Polizei durch Handgranaten und Maschinengewehre, kritisiert auch Amnesty International, Rechtsanwälte wie Dr. Kati Lang oder Verfassungsrechtler wie Dr. Ralf Zimmermann. Habt Ihr auch die Befürchtung, durch das neue Polizeigesetz wird Eure Freiheit eingeschränkt und die Demokratie geschwächt? Dann demonstriert ab 13 Uhr dagegen. Die Demo startet am Wiener Platz (Hauptbahnhof).

Mal wieder Lust auf einen Museumsbesuch? Dann ist das die Gelegenheit, denn am Samstag darf man selbst entscheiden, wie viel einen das wert ist. Denn es ist Zahl-doch-was-Du-willst-Tag im Verkehrsmuseum. Im Lichthof findet seit Kurzem die Ausstellung „Burning Concrete“ statt, bei der originale und originelle Custom-Fahrzeuge zu sehen sind. Für Kinder gibt es jetzt „Mausstationen“, bei denen sie an analogen und digitalen Stationen mit allen Sinnen gefordert sind. Lasst Euch überraschen und besucht zwischen 10 und 18 Uhr das Verkehrsmuseum auf der Augustusstraße 1. Eintritt? Entscheidet selbst!

DJ RUSTY gilt als Meilenstein in der tschechischen Party-Szene und DADOSH gehört dem Kult-Soundsystem CIRKUS ALIEN an. Auch DJ DESEASE, HEZZE und Neuling TMATIK sind am Start. Sie beglücken Euch bei der vierten „Tekkno Boom“-Party im TBA am Schlesischen Platz 1. Diese Veranstaltung gehört zum TEKKAMOC SOUNDSYSTEM Berlins. Ab 23 Uhr bis vormittags stehen Euch hier für acht Euro die Pforten offen.

Wer es trashiger mag, bekommt in der Chemiefabrik an der Petrikirche 5 ein gutes Programm geboten. Hier findet ab 21.30 Uhr die 90er-Eurodance- und Trashparty statt. Mit DJ BIEBER BITCH ist der Name Programm und Euch erwartet ein musikalisch unkonventioneller Abend, kostenloses Kickern und Ihr spart mit einem trashigen Outfit sogar etwas Eintritt: Statt fünf zahlt Ihr dann nur drei Euro.

Sonntag, 27.1.

Für ernste Unterhaltung lohnt sich der Besuch des Programmkinos Ost auf der Schandauer Straße 73. Zum 25-jährigen Jubiläum von Steven Spielbergs „Schindlers Liste“ und zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus findet zwischen 16.30 und 19.30 Uhr nicht nur die Ausstrahlung dieses Films statt, der die bewegende Geschichte von Oskar Schindler erzählt, der über 1.100 Juden das Leben rettete. Zudem gibt es einführende Worte von Dr. Karsten Fritz, dem Geschäftsführer des Medienkulturzentrums Dresden. Für Studierende kostet der Eintritt 7,50 Euro.

Maik Günther ist Journalist und Fotograf. Mit den verschiedensten Reisevehikeln wie dem Motorroller, der Dschunke, dem Tuk Tuk oder dem Flugzeug bereiste er Südostasien. Von den Tempelanlagen von Angkor Wat in Kambodscha bis zum Mekong, Asiens Lebensader, lernte er Lebenswelten kennen, die vielen noch verschlossen blieben. Ab 18.30 Uhr lässt er Euch in der Scheune auf der Alaunstraße 36-40 für 12,50 Euro Eintritt daran teilhaben.

Text: Emilie Herrmann

Foto: Amac Garbe

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