Clubtest: Gutzkowclub

Dresden wird oft als Hauptstadt der Studierendenclubs bezeichnet. Zwölf klassische Clubs zählt die sächsische Landeshauptstadt. Hinzu kommen der Heinrich-Cotta-Club in Tharandt und das Kino im Kasten als studentisches Kino. Auch das studentische Onlineforum exmatrikulationsamt.de könnte man als virtuellen Studiclub verstehen. Wir testen in loser Folge die verschiedenen Clubs für Euch.

Es ist voll im Gutzkowclub Dresden. Obwohl es erst Anfang September ist und sich sowohl die Hochschule für Technik und Wirtschaft als auch die Technische Universität Dresden noch in den Semesterferien befinden. Auch die Kernprüfungszeit ist längst vorüber. Und doch sind alle Tische besetzt und die Karaoke-Anlage wird erst vereinzelt, dann durchweg besungen. Wenn es mehr oder weniger laut ist, lässt sich die Gesprächspause aber gut dafür nutzen, die vielen Verkehrsschilder an den Wänden zu bestaunen. Oder die ausgiebige Getränkekarte zu studieren.

1964 wurde der Club von Studierenden der damaligen Hochschule für Verkehrswesen gegründet und ist damit der älteste in Dresden. Heuer feiert er seinen 58. Geburtstag. Seinen Namen hat er von der Lage an der Gutzkowstraße.

Onlineinfos:

Die Webseite könnte vielleicht das eine oder andere Update vertragen, aber über Facebook und Instagram und besonders die Storys gibt es tagesaktuelle Infos, ob der Club geöffnet ist und was auf dem Programm steht.

Lage & Publikum:

Der Club liegt im Wohnheim Gutzkowstraße 29-33 und damit günstig zwischen HTW und TU. „In meiner Wahrnehmung ist es ein recht gemischtes Publikum, das sich sowohl aus allen Fachrichtungen als auch aus Nicht-Studenten zusammensetzt“, erklärt Sandra Mooshammer, 1. Vorstand des Gutzkowclub e. V.

Öffnungszeiten:

Montag bis Donnerstag, jeweils 20 bis 1 Uhr. Freitags und samstags kann der Club gemietet werden.

Kulturangebot:

Karaoke am ersten Dienstag im Monat, am ersten Mittwoch Skatturnier. Im Club „findet jedes Semester regelmäßig eine Bierpongliga statt und im Wintersemester wollen wir in Zusammenarbeit mit dem Dartclub Gutz DC e. V. eine Dartliga anbieten. Zudem wollen wir einen monatlichen Metal Monday etablieren und arbeiten daran, wieder ein Kneipenquiz anzubieten. Neben den regelmäßigen Veranstaltungen haben wir auch verschiedene einmalige Sonderaktionen oder Partys, die von unseren Mitgliedern initiiert werden“, erläutert Sandra Mooshammer. Im Sommer bei gutem Wetter Biergarten von 18 bis 22 Uhr. Es gibt eine Dartscheibe, Material für Bierpong und eine Spielesammlung.

Gastroangebot:

Das Getränkeangebot ist umfangreich und die Karte übersichtlich, Spezialitäten des Hauses sind pink markiert. Das alkoholfreie Angebot könnte umfangreicher sein, es gibt zwei alkoholfreie Cocktails und ein alkoholfreies Bier. Ein kleines Wasser und diverse Shots kosten einen Euro. 10 cl des hauseigenen Kräuterschnapses, des sogenannten Gesundheitsministers, gibt’s für sechs Euro. Der Gutz-Eistee kostet fünf Euro. Als Snacks stehen Chips, Erdnussflips, Erdnüsse und Salzstangen zur Wahl.

Atmosphäre & Service:

Sind alle Tische belegt, wird flugs ein neuer hingestellt. Die Toiletten befinden sich im Keller und sind soweit sauber, beim Test fehlte auf der Damentoilette Klopapier. Im Club darf geraucht werden. Die Stimmung war am Testtag ausgelassen, beim Karaoke wurde zum Mitmachen aufgefordert.

Team:

Das Vereinsleben wird von circa 20 aktiven Mitgliedern gestemmt, die entweder selbst studieren oder zumindest mal studiert haben. „Durch Corona ist es allerdings schwerer geworden, neue Mitglieder zu finden, und wir freuen uns immer über Interessierte“, erklärt Sandra Mooshammer. Die Arbeit ist ehrenamtlich, aber es gibt „dafür ein aktives Vereinsleben mit Ausflügen und Clubfahrten“ – zuletzt nach Tschechien. In den Semesterferien gibt es eine gemeinsame Bauwoche, in der sich die Mitglieder um kleinere und größere Umbauten und Reparaturen kümmern.

Unzählige Pokale über der Bar zeugen zudem von anderweitiger erfolgreicher Zusammenarbeit. „Die Pokale haben wir bei verschiedenen Wettbewerben gewonnen, in denen wir meistens gegen andere Studentenclubs antreten – sowohl innerhalb Dresdens als auch in anderen deutschen Städten. Dazu zählen z. B. ‚normale‘ Sportarten wie Fußball- und Volleyballturniere, aber auch der Triballon – ein Wettbewerb aus Beachvolleyball, Beachsoccer und Dodgeball, den wir selbst ausrichten –, die Hängemathschen Sommerspiele, das Ilmenauer Wettrödeln oder der Dresdner Bierathlon, der ebenfalls von uns unter Beteiligung der anderen Dresdner Studentenclubs ausgerichtet wird.“

Die Studiclubs kennenlernen könnt Ihr etwa bei der Erstsemester-Clubtour in der Einführungswoche im Oktober oder während der Nachtwanderung im Rahmen der Studententage im Mai. Eine Übersicht findet Ihr bei der Vereinigung Dresdner Studentenclubs e. V., beim Studentenwerk Dresden oder im Studentenclubheft (samt Gutscheinen).

Text: Nadine Faust

Zum Foto: Sandra Mooshammer an der Bar des Gutzkowclub

Foto: Amac Garbe

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