Elisa Hoven hat Ende Februar 2025 ihren ersten belletristischen Titel „Dunkle Momente“, erschienen im Fischer Verlag, herausgebracht. In ihrem Roman geht es um Strafverteidigerin Eva Herbergen, die in jedem Kapitel mit einem neuen Fall konfrontiert wird. Fälle, die auf den ersten Blick klar scheinen – aber je länger man liest, desto verzwickter wird es. Denn Recht und Gerechtigkeit sind nicht immer dasselbe.
Was ist richtig, was ist falsch?
Die Angeklagten, mit denen Eva es zu tun hat, könnten nicht unterschiedlicher sein: Ein Mann, der in Notwehr gehandelt hat. Eine Frau, die lieber schweigt, als sich selbst zu retten. Ein Teenager, der nicht geahnt hat, wie sehr eine einzige Entscheidung sein Leben zerstören kann. Trotzdem haben die Fälle eines gemeinsam: Es gibt selten eine klare Antwort.
Hoven zeigt, dass es nicht nur Schwarz oder Weiß gibt. Dass das Gesetz zwar eindeutig sein kann, aber dass das nicht heißt, dass sich das Urteil auch richtig anfühlt. Und dass moralische Entscheidungen oft komplizierter sind als das Strafgesetzbuch.
Ein Buch, das nachwirkt
Man merkt, dass Hoven weiß, wovon sie schreibt – schließlich ist sie Professorin für Strafrecht an der Universität Leipzig und Richterin am Sächsischen Verfassungsgerichtshof. „Dunkle Momente“ liest sich nicht wie ein juristisches Fachbuch, sondern eher wie ein Blick in den Kopf einer Strafverteidigerin mit allen Emotionen und Gedanken. Ohne große Dramatik, aber mit viel Nachhall.
Dieser Roman ist für alle, die sich für wahre Gerechtigkeit interessieren, beim Lesen miträtseln und überraschen lassen möchten und das Ziel haben, komplett in ein Buch zu versinken.
Text: Alexandra Caspar
Foto: Amac Garbe