Unsere Tipps der Woche

Neue Woche, neues Jahr. Dass auch dieses einiges für Euch bereithält, das lassen diese Wochentipps erahnen.

Montag, 1.1.

Gibt es eigentlich eine Bauernregel für das neue Jahr? Wenn nicht, hiermit sei sie erfunden: Nervt der Film am Neujahrstage, wird das Jahr gewiss zur Plage. Also Augen auf bei der Wahl des Filmes! Das Thalia macht es einem da zum Glück leicht: Frühaufsteher reisen um 15.45 Uhr bei der Dokumentation „Weit. Die Geschichte von einem Weg um die Welt“ in ferne Gefilde und Kunstbanausen erfreuen sich um 18 Uhr mit „Loving Vincent“ am ersten Kunstfilm, der aus bewegten Ölbildern gedreht wurde. Mutige Langschlafende haben bis 22 Uhr Zeit, dann startet „The Killing of a Sacred Deer“. Der Horrorstreifen handelt von einem Fluch, dank dem sich die Familie eines Chirurgen nicht mehr bewegen kann. Wir hoffen, dass das kein schlechtes Omen ist.

Dienstag, 2.1.

Geschafft! Alle Feiertage sind vorbei. Keine Familientreffen mehr, keine Langeweile, keine verrammelten Türen. Es lebe die Normalität. Um das gebührend zu feiern, begibt man sich ab 19 Uhr in die Groovestation. Dort nämlich steht heute Tischtennis auf dem Programm. Das ist aber nicht der originell-selbstironische Name einer fancy Hipster-Band aus Berlin-Kreuzberg, sondern: Tischtennis. Mit Platte, Ball und Schläger. Für umme.

Mittwoch, 3.1.

Was? Heute ist Beginn der Vorlesungszeit? Wer’s glaubt. Heute ist Beginn der Reisezeit! Diese Woche stehen einige Ziele auf dem Programm, die man mit dem Semesterticket kostenlos erreichen kann. Den Anfang macht die Alte Baumwollspinnerei in Leipzig. Den ehemaligen Fabrikkomplex haben seit 2001 sehr viele sehr kreative Menschen in Beschlag genommen. Galerien findet man dort ebenso wie Theater, Think Tanks und Druckereien. Derzeit lohnt zum Beispiel ein Besuch der HALLE14, die sich mit der Ausstellung „Räume sozialer Produktion“ in ein Labor für Gegenwartskunst verwandelt.

Donnerstag, 4.1.

An diesem Morgen verlässt man Dresden genau in die andere Richtung: gen Osten. Das Ziel ist auch wirklich erst erreicht, wenn man im allerallerallertiefsten Osten angekommen ist, nämlich in Görlitz. Die Grenzstadt an der Neiße hat noch viel mehr zu bieten als Anekdoten von Hollywood-Größen. Die pittoreske Altstadt kann man entweder autodidaktisch oder mit einer Stadtführung erkunden (10.30 und 14.30 Uhr). Wenn danach die Füße platt und die Beine schwer sind, sollte man sich bei Kaffee und Kuchen erholen. Am besten dafür geeignet sind das Café Herzstück oder das Café Kränzel, die beide sehr guten Kaffee und leckere Kleinigkeiten anbieten. Danach kann man sich die Zeit mit Fotos von Menschen aus der Lausitz oder Kunst und Schrift aus der Reformationszeit vertreiben. Um 20 Uhr beginnt dann im Camillo-Kino der Film „Django – ein Leben für die Musik“.

Freitag, 5.1.

Heute muss man zu Hause bleiben. Zum Lernen. Denn wer die ganze Woche noch nicht an der Uni war, musste wohl noch nicht allzu oft das Datum schreiben. Im Café Arabusta am Körnerplatz sollte man das nachholen: In ein liniertes Heft mit extra großen Zeilenabständen schreibt man 100 Mal das Wort 2018 (mindestens). Am Abend dann gibt’s als Belohnung für die Strapazen Theater: Das Kleine Haus bringt derzeit „In seiner frühen Kindheit ein Garten“ nach dem Roman des Schriftstellers Christoph Hein auf die Bühne (19.30 Uhr). Ein Stück über einen Vater und seinen Sohn, über Werte, Wahrheit und den Staat. Auch die Landesbühnen Sachsen huldigen heute einem großen deutschen Literaten: Bertolt Brecht. 19.30 Uhr beginnt dort „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ – jene Parabel, mit der Brecht die Machtergreifung Hitlers verarbeitet hat.

Samstag, 6.1.

All jene, die sich gestern für das Brecht-Stück entschieden haben, zählen heute zu den Gewinnern. Sie haben sich nämlich schon mit den Radebeuler Gefilden vertraut gemacht, in die der heutige Tag führt. Mit der Tram Nummer 4 fährt man bis zur Haltestelle „Radebeul West“ oder „Schloss Wackerbarth“, von wo aus man eine Wanderung durch die Weinberge beginnt. Vorteil: An einem (hoffentlich) grauen Samstag haben diese Idee nicht allzu viele Menschen. Nachteil: Den Wein muss man sich selber mitbringen. Doch inmitten von Weinbergen Wein aus dem Tetrapack zu trinken ist, als würde Mario Barth eine Show im Societaetstheater geben.

Sonntag, 7.1.

Heute gibt es klasse Kontrabasse. Ab 17 Uhr findet in der Hochschule für Musik das „Podium Kontrabass“ statt, bei dem Studierende aller Kontrabass-Klassen ihr Können zum Besten geben. Das ist definitiv größere Kunst als flache Wortspiele. Noch ganz verzückt von all den sonoren Klängen bummelt man dann zur Brühlschen Terrasse, wo man die erste Woche des Neuen Jahres entspannt ausklingen lässt.

Text: Luise Martha Anter

Foto: Amac Garbe

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