Unsere Tipps der Woche

Was, wir haben schon Mitte November?! Wie in jedem Semester verfliegt die Zeit viel zu schnell und die meisten der guten Vorhaben („Ich werde dieses Mal zu jeder Vorlesung gehen!“) wurden doch wieder gebrochen. Dafür wird es langsam immer kälter und eine triste Herbststimmung schleicht sich ein. Damit ihr auch in der kommenden Woche für die Uni, das Wetter und all die anderen Herausforderungen gewappnet seid, hier unsere Wochentipps.

Montag, 13.11.

Für Spontane und Morgenmenschen: Am Montag habt ihr um 10 Uhr (früh!) die Gelegenheit, euch das Theaterstück „35 Kilo Hoffnung“ anzuschauen, welches gerade im Theater Junge Generation (tjg) gespielt wird. Und Hoffnung kann das Stück sicher bieten, geht es nämlich um verborgene Talente und die Kunst, Gutes in allem sehen zu können. Also perfekt passend zu suboptimalen Momenten im Studierendenleben. Studierende zahlen sechs Euro, Karten können ab einer Stunde vor der Aufführung im tjg erworben werden.

Und abends wird spaziert. Und zwar auf die sichere Seite: Im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden wird das traditionelle Montagscafé ab 19 Uhr heute zum Syrischen Abend. Eine bessere Antwort als Musik, Geschichten und Gemeinsamkeit gibt es wohl nicht auf Fahnenschwenker.

Erinnerung: Außerdem kann jeder Studierende noch bis heute die Briefwahl für die kommenden Universitätswahlen beantragen.

Dienstag, 14.11.

Das Zusammenleben steht auch heute im Mittelpunkt – und zwar das zwischen Mensch und Tier. Erst schaut man sich im Hygienemuseum die Sonderausstellung „Tierisch beste Freunde“ über die Beziehung des Menschen zu Haustieren an (von 17 bis 19 Uhr ist die sogar für umme zu haben), ab 19 Uhr lauscht man dann für fünf Euro dem Philosophen Richard David Precht. Der begibt sich auf die Suche nach einem neuen Verhältnis zwischen Mensch und Tier. Eines, bei dem der Mensch erkennt, dass er nicht die Krone der Schöpfung ist – und Tieren nicht mehr Tag für Tag zum Peiniger wird.

Außerdem: Es finden immer noch die Jazztage Dresden statt. Perfekt für einen herbstlichen Abend ist daher das Streichtrio DUCKTAPETICKET, welches um 20 Uhr im Jazzclub Tonne auftritt. In gemütlicher Atmosphäre werden dabei verschiedene Genregrenzen und Spieltechniken erprobt und vermischt. Restkarten sind erhältlich und kosten im Vorverkauf für Studierende 15,30 Euro.

Mittwoch, 15.11.

Heute muss man wohl doch mal an die Uni. Sogar ins Hörsaalzentrum. Aber statt sich über Folien wie aus den 80ern und kaputte Mikrofone aufzuregen, besucht man den Tag der Lehre (12.30 bis 18.30 Uhr). Wie Lehren und Lernen erfolgreich und innovativ gelingen kann, diskutieren hier Studierende, Lehrende und Interessierte – unter anderem bei der Podiumsdiskussion „Exzellente Lehre – Exzellente Forschung?“. Kontroversen bieten ja bekanntlich die besten Lerneffekte.

Oder ihr besucht den Workshop „Diskriminierungs- und diversitätsrelevante Konflikte im Universitätsalltag“. So habt ihr von 9 bis 15.30 Uhr die Möglichkeit, über Handlungsvorschläge gegen und bei rassistischen Übergriffen zu reflektieren und euch diskriminierenden Verhaltens im Unikontext bewusster zu werden. Der Workshop, welcher im Rahmen des Projekts „Courage – wissen, sehen, handeln“ organisiert wurde, findet im Zentrum für Weiterbildung der TU Dresden in der Strehlener Straße 22 (Raum 549) statt.

Donnerstag, 16.11.

Von der Zukunft des Lehrens in die Vergangenheit des Landes: In der Neustädter Buchhandlung „Büchers Best“ liest der Autor Roman Israel aus seinem Roman „Flugobst“ (20.30 Uhr, ermäßigt fünf Euro). Darin nimmt er den Leser (oder besser: den Hörer) mit in eine Kleinstadt an der deutsch-tschechischen Grenze während der Nachwendezeit. Abrissbagger, Techno-Omas, ein Jude mit einem Paradiesfruchtverkauf – alles dabei. Und dann stirbt auch noch einer.

Einen Einblick in ein Phänomen, welches die Meisten nur während ihrer Kindheit begleitet, bietet euch das Museum für Sächsische Volkskunst am Donnerstag. Um 17 Uhr findet dort der Vortrag: „Kindheit(s)erinnerungen, oder: Wieso mich Puppentheater als Erwachsener noch immer fasziniert“ statt. Dabei sind viele Aspekte des sonst so kindischen Puppentheaters doch komplexer, als gedacht: Stimmkontrolle, Bewegungen der Puppen, markante Designs. Wer sich in Kindheitserinnerungen zurückversetzen möchte, muss vier Euro für den Eintritt ins Museum entrichten, der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

Außerdem eröffnet am Donnerstag auch noch das CYNETART Festival, welches sich unter dem Motto „Enlightenment for the Nerd“ mit computerbasierter Kunst und transdisziplinären Projekten auseinandersetzt. Das Festival findet bis zum 19.11. im Festspielhaus Hellerau statt, Karten sind noch erhältlich.

Freitag, 17.11.

Die Ereignisse der letzten Tage wollen verarbeitet werden. Den Freitag kann man zum Beispiel für eine Wanderung in den Prießnitzgrund nutzen. Praktisch: Das ist wetterunabhänig. Regnet es, hat man den Wald für sich allein. Und wenn die Sonne scheint, dann scheint die Sonne. Sobald die viel zu früh um 16.14 Uhr untergegangen ist, macht man sich auf den Weg in Richtung Jazzclub Tonne, wo der Gitarrist Matthew Stevens gediegene Gitarrenmusik zum Besten gibt (20 Uhr, ermäßigt 16 Euro). Wer dann nicht entspannt ist, dem hilft auch keine Harmonie-Musik-CD aus der Drogerie mehr.

Vor dem Konzert lohnt sich ein Abstecher zum Johannstädter Kulturtreff. Im Rahmen des „Bundesweiten Vorlesetages“ kann man dort ab 16 Uhr zahlreichen Vorlesern lauschen: in deutscher, russischer und arabischer Sprache werden unterschiedliche Geschichten und Texte von Jung und Alt vorgetragen. Der Eintritt für die vom Dresdner Ausländerrat organisierte Veranstaltung ist frei.

Samstag, 18.11.

Alle, die sich für die Vorgänge des menschlichen Denkapparates interessieren, haben wie jeden Samstag im Semester heute die Chance, eine der wöchentlichen „Psychologie am Samstag“-Vorlesungen zu besuchen. Das Thema der aktuellen Woche ist „Freude am Denken: Grundlagen und Anwendungsperspektiven geistiger Anstrengungsbereitschaft“. Der Referent Professor Alexander Strobel wird dabei hoffentlich nicht nur Einblicke in den menschlichen Schweinehund geben. Der Vortrag beginnt 11 Uhr und findet im Andreas-Schubert-Bau im Hörsaal 28 statt. Der Eintritt ist frei.

Kulturwütige müssen sich am Samstagabend entscheiden: Entweder, sie sehen sich im Verkehrsmuseum den polnischen Film „Das gelobte Land“ von 1975 an (19 Uhr). Der spielt in einer boomenden Industriestadt, zeigt erst Arbeiter auf der Suche nach dem Glück und dann eine Fabrik im Feuermeer. Wem mehr nach Kammerspiel zumute ist, der begibt sich ins „Paradies“. So der Titel des Stückes, bei dem ab 20 Uhr im Societaetstheater (ermäßigt 6,50 Euro) eine Frau auf der ständigen Suche ist: nämlich der nach dem nächsten Whiskeyglas.

Sonntag, 19.11.

Im Staatsschauspiel kann man die Woche mit einer Matinee ausklingen lassen: Um 11 Uhr präsentieren Darsteller im Großen Haus Episoden aus mehreren bald startenden Stücken, unter anderem „In seiner frühen Kindheit ein Garten“ nach dem Roman von Christoph Hein. Wer Sonntagmorgen ins Theater geht, darf am Abend brunchen gehen — das Bon Voyage im Hostel Mondapalast empfängt einen sicher mit offenen Armen.

Oder ihr nutzt den Sonntag, um die letzten Filmjuwelen im Rahmen der „Osteuropäischen Filmtage Dresden 2017“ im Kino in der Fabrik zu sehen. So wird zum Beispiel um 16:30 der Film „Loveless“ gezeigt, welcher den Preis der Jury in Cannes gewann: das Scheitern einer langjährigen Ehe, die Trennung vom eigenen Kind und Zukunftsperspektiven in einem Leben ohne die alte Familie werden thematisiert. Aber das ist nicht der einzige Film, mit dem man das Wochenende ausklingen lassen könnte.

Text: Luise Martha Anter und Henriette Kurth

Foto: Amac Garbe

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