Campuskolumne

Am 30.06.2017 wurde die Ehe für alle beschlossen – eine wunderbare und längst überfällige Entscheidung. Weniger wunderbar klingen dagegen die Argumente der Gegner. Buzzfeed hat einige zusammengetragen. Die Gegenargumente haben eins gemeinsam: Sie sind nicht stichhaltig. Im Gegenteil, sie sind unplausibel und leicht zu entkräften.

Nehmen wir zum Beispiel Volker Kauder, Fraktionsvorsitzender der CDU, der mit ruhiger Stimme im Plenum des Bundestages erklärte: Nach intensivem Nachdenken sei er zu dem Schluss gekommen, dass für ihn die Ehe eine Verbindung zwischen Mann und Frau sei. Aber warum? Das sagt er nicht. Doch das Argument wird oft gebracht – am liebsten von Politikern aus CDU und CSU. Keiner von ihnen begründet es. Es bleibt schleierhaft, warum unter Ehe nur die Kombination „Mann – Frau“ definiert wird.

Wenn doch versucht wird, das Argument zu belegen, wird es so begründet: Nur aus einer Verbindung zwischen Mann und Frau gehen Kinder hervor. Stimmt nicht – auch homosexuelle Paare können leibliche Kinder haben, hier ein Beispiel. Die Frage, die sich dabei stellt, lautet: Wieso sollten nur Paare heiraten dürfen, die Kinder in die Welt setzen? Die Anzahl der Ehepaare ohne Kinder wächst schließlich seit Jahrzehnten – obwohl es bisher keine Ehe für alle gab.

Gern wird die Ehe für alle von ihren Gegnern auch als „Trend“ bezeichnet. Eine weitere Fehlannahme. Schon nach der Bundestagswahl 1998 werden im Koalitionsvertrag der rot-grünen Regierung Forderungen nach rechtlicher Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare und nach einem Antidiskriminierungsgesetz aufgenommen. Dinge, die seit fast 20 Jahren auf Bundesebene diskutiert werden, kann man wohl kaum als vorübergehendes Phänomen bezeichnen.

Oft wird auch mit dem „Wohl der Kinder“ argumentiert. Wie dieses Wohl gefährdet sein soll, weil ein Kind zwei Mütter oder zwei Väter hat, ist völlig rätselhaft. Wirklich gefährdet sind Kinder, wenn sie von Eltern nicht die Liebe und Hinwendung bekommen, die sie brauchen, vernachlässigt werden oder Schlimmeres. Doch inwieweit sollten solche Verhaltensweisen mit einer sexuellen Orientierung korrelieren?

Einen gesetzlichen Rahmen für die Ehe für alle zu schaffen, war also die richtige Entscheidung. Gegenargumente werden von Ewiggestrigen gebracht und sind leicht zu widerlegen.

Text: Sabrina Winter

Foto: Amac Garbe

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