Vorschriftsgemäßes Sektkorkengeknalle

Da soll doch einmal jemand behaupten, dass niemand versuchen würde, den Campus zu beleben: Am 30. Juni steigt das Schampus auf dem Campus, das erste gemeinsame Sommerfest des Studentenrates der TU Dresden (StuRa) und einiger Fachschaftsräte (FSR), das weite Bereiche rund ums Hörsaalzentrum (HSZ) und am Zelleschen Weg in Schwung bringen soll. Campusrauschen hat sich im Vorfeld bei zwei Organisatoren erkundigt, was denn genau für eine Fete steigen soll und wie es überhaupt dazu gekommen ist.

Gemütlich ist’s hinter der StuRa-Baracke – was der Name ja an sich nicht unbedingt vermuten lässt. Hier wächst und gedeiht jedoch eine Vielzahl an Nutz- und Zierpflanzen. Was ursprünglich von der TU-Umweltinitiative angestoßen wurde, wird seitdem als Gemeinschaftsgarten gepflegt und nimmt immer weiter Form an. Die Holzbank inmitten des ganzen Grün lädt zum Verweilen ein und eignet sich auch hervorragend für ein gemütliches Gespräch über das nahende studentische Sommerfest auf dem Campus der TU Dresden mit zwei der Hauptorganisatoren der Veranstaltung. Schnell stellt sich heraus, dass das Schampus auf dem Campus, welches am 30. Juni stattfinden wird, ursprünglich einem simplen Einfall entstammt.

Die grundlegende Idee für diese Großveranstaltung des Studentenrates der TU Dresden und einer Vielzahl an Fachschaftsräten und Hochschulgruppen hatte der 24-jährige Physikstudent Marius Walther. Er war im vergangenen Jahr auf mehrerern studentischen Sommerfeiern zu Gast, welche traditionell von den verschiedenen Fachschaftsräten ausgetragen wurden. „Da dachte ich mir, dass es doch wohl möglich sein sollte, aus den vielen kleineren Sommerfeiern einfach ein großes studentisches Sommerfest zu machen“, erinnert sich Walther. Da er bis dato als langjähriges aktives Mitglied unterschiedlicher studentischer Gremien wie FSR, Fakultätsrat, Senat und aktuell vor allem im StuRa ohnehin bereits sehr aktiv war, fackelte der Masterstudent nicht lange. Was durch ihn zunächst als bloßer Vorschlag in den StuRa eingebracht wurde, verselbstständigte sich anschließend und wuchs schnell zu etwas Konkretem heran. Ein bisschen so wie der Gemeinschaftsgarten hinter der StuRa-Baracke.

Die meisten Fachschaftsräte fanden Gefallen an der Vorstellung einer gemeinsamen Sommerveranstaltung und stiegen mit eigenen Vorschlägen in das Projekt ein. So gelangte dann auch Georg Hühn zum Schampus auf dem Campus. Der 23-jährige Diplomstudent der Architektur ist bereits seit drei Jahren im facheigenen Fachschaftsrat aktiv und sah das Schampus, wie es von den Organisatoren mittlerweile liebevoll genannt wird, als eine Chance, auch mal über den eigenen FSR-Horizont hinauszuschauen. „Es war und ist eine schöne Erfahrung, sich mit anderen Studenten zu vernetzen und gemeinsam diese Veranstaltung zu planen“, resümiert Hühn. Gemeinsam mit Marius Walther gehört er dem vierköpfigen Kernteam an, welches sich hauptsächlich um die rahmengebende Organisation des Schampus kümmert und die verschiedenen beteiligten Akteure koordiniert. Dieser Schaltzentrale gehören außer den beiden noch Deborah Luhnau und Amelie Zachmann an.

Gemeinsam kümmern sich die vier auch um die Dinge, die gebündelt auf die Beine gestellt werden können, wie zum Beispiel sämtliche Technik sowie die generelle Versorgung mit Grillgut und Getränken. Dinge eben, die auf dem gesamten Sommerfest gebraucht werden. „Das inhaltliche Programm des Schampus unterliegt jedoch voll und ganz der Kreativität und Verantwortung der beteiligten Fachschaftsräte und Hochschulgruppen“, erklärt Marius Walther. Diese Kombination aus zentraler Organisation und individueller inhaltlicher Gestaltung scheint zu funktionieren, denn das Programm für den 30. Juni verspricht Vielfalt und Abwechslung bei uneingeschränkt freiem Eintritt.

Los geht alles auf der Wiese hinter dem Hörsaalzentrum. Unter dem Titel „Grüne Oase“ wird das dortige Programm bereits 16 Uhr beginnen, wenn zunächst auch etwas gemächlicher. Während auf einer kleinen Bühne verschiedene Singer- und Songwriter aufspielen, können die Besucher beim Basteln und Kleidertausch selbst Hand anlegen. Dazu gibt es allerlei Essbares und Bowle. Dieses frühzeitige Warm-up soll laut Marius Walther auch Besucher anlocken, die bei einer Studentenfeier normalerweise nicht so häufig anzutreffen sind, wie zum Beispiel Unimitarbeiter und ihre Familien. Richtig Fahrt nimmt die Feier aber erst ab 18 Uhr auf, dann mit mehr Programmpunkten und -orten, sowie mehr Musik. Für letzteres sorgt die große Freiluftbühne vor dem Trefftz-Bau, wo unter Betreuung durch die Fachschaftsräte für Mathematik und Physik über den Abend verteilt verschiedene Bands auftreten werden. Neben SHEER INVENTION und ALICE ROGER hat sich dafür noch eine Reihe weiterer Gruppen aus Dresden und Umgebung angemeldet.

Aber auch abseits der musikalischen Acts wird es einiges zu erleben geben an diesem Tag – und das gleich an mehreren Stellen auf dem Hauptcampus. „Es wäre schön, wenn die Besucher nicht die ganze Zeit nur an einem Ort verweilen würden“, meint Marius Walther. „Es soll vielmehr zu einer ständigen Bewegung über den ganzen Campus kommen.“ Und so werden die Fachschaftsräte der Sozialpädagogik, der Allgemeinbildenden Schulen und Grundschulen, der Informatik, der Elektrotechnik, des Maschinenwesens, der Hydrowissenschaften, der Psychologie, der Geowissenschaften sowie des Bauingenieurwesens ihre ganz eigenen Vorstellungen einer studentischen Sommerfeier umsetzen, zum Teil in gemeinsamer Sache und an ihren jeweiligen Stationen.

Vor dem Infogebäude Andreas-Pfitzmann-Bau kann beispielsweise überschüssige Energie auf einer Hüpfburg herausgelassen werden, vor dem Andreas-Schubert-Bau kann man sich zu elektronischen Klängen einen Cocktail erwürfeln und im Chemiehof wird es sogar eine Schaumparty geben. Den krönenden Abschluss der Außenveranstaltungen wird ein Feuerwerk vom Dach des Recknagel-Baus darstellen, welches gegen halb elf starten wird. Danach sollen sich sämtliche Feierlichkeiten nach innen verlagern. Nicht nur im HSZ wird unter Anleitung mehrerer DJs in die Nacht hinein getanzt. Aktuelle Updates gibt es im Voraus vor allem bei Facebook, am eigentlichen Tag der Sommerfeier sollen auch vermehrt Twitter– bzw. Instagram aufleben. Hier können die Besucher am Freitag die Sozialen Netzwerke selbst mit aktuellen Aktionen und Erlebnissen füttern. Dafür ist die allgemeine Kennung #SchampusCampus vorgesehen.

Ob und wie das reichhaltige Angebot des Schampus am Freitag auch tatsächlich angenommen wird, vermögen Marius Walther und Georg Hühn nicht mit Sicherheit zu sagen. Schließlich sei diese Veranstaltung die erste ihrer Art und als Vorreiter hätte man es immer schwer. Der Besucherzuspruch und die allgemeinen Reaktionen auf das Schampus würden letzten Endes aber darüber entscheiden, ob es sich hierbei um eine einmalige Aktion handeln wird oder nicht vielleicht doch eine neue Tradition daraus entsteht. Bei allem Engagement und Vergnügen der Beteiligten an der Vorbereitung sei es dennoch ein aufwendiger Prozess gewesen, denn komplizierte Auflagen durch die Liegenschaften mussten erfüllt, Brand- und Denkmalschutzbestimmungen beachtet werden. „Da kann ich gut verstehen, dass generell nur noch wenige größere Veranstaltungen auf dem Campus stattfinden“, stellt Georg Hühn zusammenfassend fest.

Wie auch immer der kommende Freitag genau ablaufen wird, es wäre jedenfalls falsch zu behaupten, dass nichts versucht wird, um den Campus der TU Dresden mit Leben zu füllen. Jetzt kommt es nur noch darauf an, dass Impulse wie das Schampus auch auf fruchtbaren Boden fallen.

Text: Carl Lehmann

Foto: Amac Garbe

Der Artikel wurde am 29.06.2017 um 11.36 Uhr aktualisiert und korrigiert.

3 Gedanken zu “Vorschriftsgemäßes Sektkorkengeknalle

  1. Schöner Artikel, nur ein kleiner Hinweis: Das Gebäude der Fakultät Informatik, hier „Infogebäude“ genannt trägt schon seit mehreren Jahren den Namen „Andreas-Pfitzmann-Bau“ kurz APB.
    Wir sehen uns am Freitag 🙂

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