Campuskolumne

Ich will ja nicht meckern. Und es ist ja auch schön, dass sich was tut. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass sich gerade in den vergangenen zwei Jahren, da ich mein Studium an der TU Dresden abgeschlossen habe, unerträglich viel in den Geisteswissenschaften tut. Die Literaturwissenschaft erkennt ihren praktischen Bezug, der Campus wird zum Schauplatz einer Zombie-Apokalypse und jetzt der neue Sonderforschungsbereich „Invektivität – Konstellationen und Dynamiken der Herabsetzung“. In den kommenden vier Jahren beschäftigen sich die Geisteswissenschaften mit der Frage, ob wir in einem „besonderen Zeitalter der Herabwürdigung“ leben. Noch mal studieren kommt nicht in die Tüte, also bleibt nur, die Kultur der Beleidigung, der Hatespeech und der Hassgesänge auf eigene Faust zu studieren. Aus dem Weg gehen kann man der ohnehin kaum.

Den symbolischen Mittelfinger hat ja auch Donald Trump vor ein paar Tagen wieder einmal erhoben, als er, also die USA, aus dem Pariser Klimaabkommen ausgetreten ist. Damit hat Trump 194 Staaten, die sich für die Reduzierung der Folgen des Klimawandels einsetzen wollen, den Stinkefinger gezeigt. Bleibt zu hoffen, dass nicht noch andere Staaten einen Rückzieher machen. Bisher steht Trump relativ allein, nur Syrien und Nicaragua ignorieren den Vertrag.

Umso wichtiger ist es also, dass jede und jeder Einzelne ganz besonders darauf achtet, die Erderwärmung nicht noch zu beschleunigen. Deshalb rate ich Euch: Sobald Ihr diesen Text zu Ende gelesen habt:

… schaltet den Computer/das Smartphone aus, ganz aus, nicht auf Standby,

… schnappt Euch (maximal) ein schönes Buch,

… lauft zur nächstgelegenen Wiese

… und gönnt Euch Sonne, Ruhe, einfach eine Auszeit von der Welt der Trumps!

Chillen hilft nicht nur gegen die globale Erwärmung, sondern fördert auch die Gelassenheit, Dinge zu ertragen, die man nicht ändern kann.

Text: Marie-Therese Greiner-Adam

Foto: Amac Garbe

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