Unsere Tipps der Woche

Die Iren sind ein ganz und gar liebenswertes Volk und daher stehen unsere Wochentipps auch im Zeichen des Leprechauns, irischer Musik und Braukunst. Einen Anlass gibt es natürlich auch: am 17. März ist Paddy’s Day – der Nationalfeiertag der Iren. Warum Paddy den Iren so wichtig ist, lest Ihr weiter unten. 

Montag, 13.3.

Schon am Montag könnt Ihr Euch auf den St. Patrick’s Day vorbereiten: beim Frühlingsfestival irischer Musikkultur in der Dreikönigskirche (ab 20 Uhr), dem „Irish Spring 2017“. Dabei sind das DAVID MUNNELLY TRIO an Knopfakkordeon, Gitarre und Geige. Balladen bringen Euch EDDIE SHEEHAN und CORMAC DOYLE zu Gitarrenklängen und irischer Bouzouki. Die dritte Band des Abends, CONNLA, verbindet Tradition und Moderne zwischen Harfe und Dudelsack. Stepptanz darf natürlich auch nicht fehlen.

Zur selben Zeit könnt Ihr Euch in der Nikkifaktur von Siegfried & Joy verzaubern lassen. Seit der ausverkauften Zaubershow im September haben die beiden noch einige Tricks, Tänze und Kunststücke dazugelernt.

Dienstag, 14.3.

Obacht, es folgt Werbung in eigener Sache. Seit Dezember 2016 hat Dresden sein erstes Bookzin, genannt Stadtluft Dresden. Der Neologismus Bookzin ist eine Erfindung der Herausgeber Amac Garbe, Peter Ufer und Thomas Walther und beschreibt eine Mischung aus Buch und Magazin. Stadtluft Dresden vereint Interviews, Porträts, Reportagen, Zeichnungen und mehr – alles  Stücke von Autor_innen, die auf unterschiedliche Weise mit Dresden verbunden sind. Das buchige Magazin kommt ohne Touriinfos, PR-Texte und Schönfärberei aus. Wer mehr wissen will, der komme am Dienstag ab 19 Uhr zur Lesung mit Thomas Rosenlöcher, Heidrun Hannusch und Andreas Berger in die Buchhandlung Ungelenk.

Ach, und vergesst nicht: Der 14.3. ist Pi-Tag. Backt doch mal einen Pi Pie!

Mittwoch, 15.3.

Zum Werkstättenkonzert am Mittwoch ab 19.30 Uhr in den Deutschen Werkstätten Hellerau stellen 17 Musiker_innen der Hochschule für Musik Dresden ihr Können unter Beweis. Der Abend verspricht eine Reise nach Südamerika, Italien und ins Reich des Jazz.

Donnerstag, 16.3.

Im Kleinen Haus findet am Donnerstag ab 19 Uhr die Buchpremiere von „Unter ­Sachsen. Zwischen Wut und ­Willkommen“ statt. Mehr als 40 Autor_innen gehen im Buch rechter Gewalt in Sachsen auf die Spur, aber auch dem Widerstand gegen Fremdenfeindlichkeit. Dabei sind die Herausgeber_innen Heike Kleffner und Matthias Meisner sowie Johannes Filous von Straßengezwitscher, die Stadträtin Ines Kummer und die Rechtsanwältin Kati Lang. Von der sächsischen CDU wird an dem Abend wohl niemand zugegen sein. Warum, könnt Ihr in der Freien Presse nachlesen. Die Buchvorstellung ist übrigens eine der zahlreichen Veranstaltungen im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus, die am 16. März starten.

Starke Nerven braucht man sicherlich für die Uraufführung der Neufassung von „The Manson Family“ (20 Uhr). Der US-amerikanische Komponist John Moran hat seine Rockoper für die Bühne im Festspielhaus noch einmal umgearbeitet. Ob diese weniger schockierend ist als die erste Version, die als „furchterregendste Darstellung des Wahnsinns auf einer Opernbühne seit Woyzeck“ bezeichnet wurde?

In den Dresdner Kinos startet am Donnerstag die dänisch-syrische Produktion „Die letzten Männer von Aleppo“, die sich dem Alltag dreier Männer im syrischen Bürgerkrieg widmet, außerdem eine Dokumentation über Pjotr Andrejewitsch Pawlenski, der durch radikale Aktionen gegen den russischen Staat bekannt geworden ist. Als politisches Statement hat er sich beispielsweise bei der Inhaftierung der Band PUSSY RIOT seinen Mund zugenäht. Und da wäre noch die Fortsetzung des „Hundertjährigen“.

Freitag, 17.3.

Geht doch, endlich Freitag. Endlich Paddy‘s Day. Wie versprochen, hier die Erklärung: St. Patrick ist der Schutz- und Nationalheilige der Iren, der im fünften Jahrhundert die gälischen Stämme zum Christentum bekehrte. Im Laufe der Jahrhunderte entstanden verschiedene Legenden über ihn. Paddy sei wohl auch dafür verantwortlich, dass wir das Kleeblatt mit Irland verbinden. Er nutzte es als Symbol der heiligen Dreifaltigkeit. So weit, so gut. Den meisten, die hierzulande den Paddy‘s Day feiern, ist das aber schnurz. Und in Irland vergessen viele nach der Parade ebenfalls, wen oder was sie gerade feiern. Dafür sorgen Guiness, Whiskey und die irische Musik. In Dresden feiert sich der Paddy‘s Day besonders schön im Tir na Nog. Aber auch in der Johannstadthalle, im Gag 18 oder im Luden trägt und trinkt man am Freitag grün.

Samstag, 18.3.

Am Samstag feiert die Tragödie „Medea“ von Euripides ihre Premiere (19.30 Uhr) im Dresdner Schauspielhaus. Medeas „Familiengeschichte“ ist mindestens genauso schauderhaft wie die der Manson-Familie. Deshalb ist es vermutlich nicht ratsam, beide Veranstaltungen in einer Woche zu besuchen.

Wer es eher beschaulich mag, ist in der Yenidze vielleicht besser aufgehoben. In „Sorge dich nicht, fliege“ (16 Uhr) liest, spielt und erzählt Oda Pretzschner Geschichten vom Leben.

Sonntag, 19.3.

Diese prallgefüllte Woche, die eine Mischung aus Fröhlich- und Grausamkeit bereithält, kann man am besten in der Zille (ab 20 Uhr) ausklingen lassen. René Seim liest. Morty Sanchez singt. Das Gesamtkunstwerk nennt sich „Wildes Parfum“.

Text: Marie-Therese Greiner-Adam

Foto: Amac Garbe

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