Unsere Tipps der Woche

Gibt es etwas Schlimmeres als Karneval? Gibt es etwas Peinlicheres als diese unlustigen Büttenredner? Mal abgesehen von Björn Höcke & Co. natürlich. Na ja, am Mittwoch ist diese verharmlosend als „fünfte Jahreszeit“ deklarierte Zumutung zum Glück vorbei. Unsere Wochentipps sind gänzlich frei von Faschingspartys und Paraden. Findet Ihr allerdings die närrischen Floskeln im Text?

Montag, 27.2.

Im Studentenclub Gag 18 können sich am Montag ab 20 Uhr wieder alle Pokernarren einfinden. Pokerkoffer könnt Ihr zu Hause lassen, denn die können vor Ort ausgeliehen werden. Mitzubringen sind allein Pokerface und Spielgeist.

Im Ost-Pol ziehen Euch ab 21 Uhr die isländischen Zwillingsschwestern Jófríður und Ásthildur Ákadóttir aka PASCAL PINON in ihren Bann. Leise Lo-Fi-Klänge zaubern sie auf Piano und Gitarre. Das erinnert an TEGAN AND SARA, nur auf Isländisch und ein bisschen abgedrehter.

Dienstag, 28.2.

Im ehemaligen Stasi-Knast auf der Bautzner Straße dreht sich von 18 bis 19.30 Uhr alles um Russland. Die Podiumsdiskussion „Putins Russland – Inszenierung einer Weltmacht“ mit Prof. Manfred Wilke und Dr. Markus Soldner versucht, ein differenziertes Russlandbild entstehen zu lassen, um das Land „besser kennen und verstehen zu lernen.“ Der Eintritt ist frei.

Der Leipziger Autor und Historiker Sascha Lange stellt ab 20 Uhr im Projekttheater sein kürzlich erschienenes Buch „Meuten, Swings & Edelweißpiraten“ vor. Darin setzt er sich mit dem oppositionellen beziehungsweise Widerstandsverhalten von Jugendlichen während der NS-Zeit und der ersten Jugendsubkultur der Moderne – der Swingjugend – auseinander.

Mittwoch, 1.3.

Prüfungszeit ade, Urlaub helau? Anreize dafür gibt es um 19.30 Uhr in der Reisekneipe auf der Görlitzer Straße 15. Anhand spektakulärer Bilder wird man durch das ferne Kasachstan geführt. Spannend dürfte vor allem sein, wie die ethnische und religiöse Vielfalt Kasachstans in der sozialen Lebenswelt funktioniert. Kasachstan ist geprägt vom Miteinander des Islams und des Christentums.

Donnerstag, 2.3.

Kollektives Trauern ist für jene angesagt, die keine Karten für das Konzert der ANTILOPEN GANG ab 20 Uhr im Alten Schlachthof abbekommen haben. Da daran sicher der kapitalistische Markt schuld ist, könnte für alle zu kurz Gekommenen ein seit heute im Kino laufender Spielfilm interessant sein. „Der junge Karl Marx“ beleuchtet ebenjenen revolutionären Kapitalismus-Kritiker – z. B. um 19 Uhr in der Schauburg. „Rote Funken“ haben übrigens nichts mit Marx zu tun.

Zur gleichen Zeit beginnt im Festspielhaus Hellerau die Preisverleihung des zum zweiten Mal stattfindenden HELLERAU Photographie Award. Zum Thema des zweiten Jahrgangs „CHANGE“ reichten Fotografen aus aller Welt erneut hunderte Werke ein, wobei die besten Portraitaufnahmen gekrönt werden.

Freitag, 3.3.

In der Johannstadthalle singt ab 19 Uhr ein Liedermacher Songs von TOM WAITS. Die Beschreibung klingt auf jeden Fall einladend: „Skurrile Songs über Autos, Kiffen und Schrotflinten, gewidmet denjenigen, denen kein Mond, keine Sterne und kein Obdach winken, denen selbst der eigene Schatten verloren gegangen zu sein scheint. HANS CHRISTIAN SCHMIDT singt – mit Galgenhumor und beseelter Melancholie auf dem Drahtseil des Lebens.“ Begleitet wird das Ganze von einer Pianistin und Sängerin. Ist das nicht eine Einladung zum Bützchen an die Begleitung?

Samstag, 4.3.

Kennt Ihr schon die Sternwarte und das Planetarium in Radebeul? Um 18 Uhr wird man in die Welt des Kosmos entführt und auf die Suche nach erdähnlichen Planeten sowie Außerirdischen mitgenommen. Vorbei am Mars, Jupitermond und gewaltigen kosmischen Ozeanen. Und das Ganze für 3 Euro.

Und weil man schon mal in Radebeul ist, könnte man vor der galaktischen Entführung das reale Leben Karl Mays bestaunen. Immerhin hätte er vergangene Woche seinen 175. Geburtstag gehabt. Das Karl-May-Museum hat von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

Wem Radebeul zu weit ist, der kann auch mal nach Weißig (immerhin noch Dresden) fahren und Hoppes Hoftheater besuchen. Um 20 Uhr wird Wilhelm Busch, dem großartigen humoristischen Dichter, mit einem Theaterstück erinnert. Der „Hoppeditz“ hat übrigens nichts mit dem Eigentümer des Weißiger Hoftheaters, dem Schauspieler Rolf Hoppe, gemein.

Sonntag, 5.3.

Um 15 Uhr lädt das Kraszewski-Museum in der Neustadt für 4 Euro zu einer Buchvorstellung ein. Der Autor Matthias Kneip hat eine witzige Hommage an Polen verfasst, welche skurrile Geschichten aus unserem Nachbarstaat im Osten erzählt.

Text: Marie-Therese Greiner-Adam/Martin Linke

Foto: Amac Garbe

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