Tanzt, Jedi-Ritter, tanzt!

Das neue Jahr hat gerade erst begonnen, da fällt endlich der erste Schnee. ANY DANCE aus Dresden liefern mit ihrem Debüt „Embrace The Light“ die Musik zum Warmstrampeln.

Eigentlich sollte alles viel schneller laufen. Als die erste Single „Submission“ im Mai 2015 mitsamt Musikvideo erschien, standen bereits alle Zeichen auf Debütalbum. Dass „Embrace the Light“ nun dennoch am 6. Januar erschienen ist, liegt besonders am Durchhaltevermögen und dem unbedingten Willen der vier Dresdner Männer, den nächsten Schritt in ihrer Bandentwicklung zu gehen. Denn allein um das gemeinsame Musizieren ging es bei ANY DANCE nie ganz. Mit Aufnahme der EP „Spheres“ 2013 beschlossen Konrad Gerber-Fischbach (Gesang, Synthesizer), Torsten Fleischer (Gitarre), Christian Maleck (Bass) und Johannes Kipar (Schlagzeug), endlich Ernst zu machen und ihren eigenen Sound nach dem Vorbilde FRANZ FERDINANDs zu formen.

Diese Vorbildfunktion münzten die Dresdner nicht nur in ihren treibenden Sound um, der mit Elementen aus Indie-Rock und Postpunk jongliert und eine klare Schwäche für Hymnen hat, sondern auch in ihrer Namenswahl. „Unsere erste Überlegung war, unserer Band den Namen einer Person zu geben, ganz ähnlich wie bei FRANZ FERDINAND, aber wir haben uns darauf geeinigt, dass das Wort Dance übergeordnet für unsere Musik stehen soll“, erzählt Gerber-Fischbach die eigene Vorgeschichte zum leidigen Problem einer jeden Band, dem eigenen Projekt einen Titel und damit einen Sinn zu verleihen. Der Rest entsprang einem Missverständnis. Und der Feder von George Lucas. Aus Anakin Skywalker und dem wichtigen Tanzbegriff sollte eigentlich „Ani Dance“ werden. „Im Nachhinein passt der Name aber ganz gut, weil wir alle verschiedenen Musikrichtungen zugeneigt sind, uns quasi auf eine gemeinsame Linie geeinigt haben. So passte das ‚any‘ dann doch auf einmal“, schließt sich für den 28-jährigen Sänger Gerber-Fischbach der Bogen. Und Gitarrist Fleischer fügt lachend hinzu: „Wir haben den Namen gehabt und uns dann einfach eine Bedeutung für uns herausgezogen.“

Mit dem Namen und der musikalischen Verortung des mit Synthieflächen bestickten Indie-Rocks in Tradition bekannter Namen wie den EDITORS oder INTERPOL sollte Ende 2015 schließlich das Debütalbum folgen. Doch angekommen im Studio Erde in Berlin folgte erst einmal Ernüchterung, wie Gerber-Fischbach es beschreibt: „Wir hatten direkt vorher unsere Tour beendet und waren alle noch so ‚high‘ deswegen, dass wir dachten, wir könnten die Platte ohne Weiteres einspielen. Doch leider mussten wir feststellen, dass es eben nicht so leicht war, wie wir uns das vorgestellt hatten.“ Aufgeben kam für die Band dennoch nicht in Frage. Stattdessen wurde die Woche genutzt, um für zukünftige Aufnahmen ein Fundament zu legen.

Anschließend kehrten ANY DANCE für ein halbes Jahr wieder in den heimischen Proberaum zurück, wo sie weiter an ihren Songs schraubten, bis sie sich schließlich fürs Studio bereit fühlten. Doch die Geduld hat sich schließlich ausgezahlt. Am 6. Januar erschien die Platte „Embrace the Light“: eine Textzeile, die gleich im Opener „Your Mamas Porch“ erklingt und den positiven Jetzt-erst-recht-Vibe des Albums umso mehr unterstreicht. Doch das Album war nur der Anfang, wie Fleischer andeutet: „Wir haben jetzt nicht nur aufgenommen, um ein Album zu haben, sondern das Ganze soll natürlich die Band auch ein wenig voranbringen, weshalb es uns extrem wichtig war, dass wir mit dem Ergebnis zufrieden sein konnten.“

Wer sich selbst einen Eindruck von den Songs verschaffen will, geht am besten schnurstracks am 14. Januar (20 Uhr) in den Dresdner Konk Klub zum offiziellen Record Release. Ebenfalls mit von der Partie sind die Shoegazer von WHITE SHORE.

Offizielles Musikvideo zum Song „Submission“:

Text: Julius Meyer

Foto: Amac Garbe

 

 

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