Horizonterweiterung

Fremdsprachenkenntnisse verbessern, eine andere Kultur erleben, internationale Kontakte knüpfen und gleichzeitig die Karrierechancen erhöhen? Dann ist ein Auslandsstudium genau das Richtige.

Die Planung dafür erledigt sich jedoch nicht einfach so nebenher. Mindestens ein Jahr vor der Abreise sollte man beginnen. Als erstes stellt sich die Frage, in welches Land es gehen soll. „Beliebt sind Spanien, Frankreich und englischsprachige Länder“, erzählt Lydia Holter, die bis vor Kurzem beim Akademischen Auslandsamt der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Dresden gearbeitet hat. Außerdem sollte man Zulassungsvoraussetzungen und Anmeldefristen recherchieren. Teilweise sind vorab Sprachprüfungen nötig. Außerdem ist es wesentlich, sich über die Anerkennung von Studienleistungen in Kenntnis zu setzen. Besonders hilfreich sind dabei Studienfachberater.

Es ist auch sehr wichtig, sich gleich zu Beginn der Planung über Studiengebühren, Lebenshaltungskosten sowie Semesterzeiten im Gastland zu informieren. „Im Wintersemester brechen rund 120 Studierende ins Auslandsstudium auf, während es im Sommersemester vielleicht 10 sind“, sagt Holter. Die Studienzeiten im Ausland unterscheiden sich oft von den deutschen, daher sollte der Start des Abenteuers wohlüberlegt sein. Holter betont: „Zum Sommersemester ist ein reibungsloser Übergang ohne Überschneidungen zwischen hiesigen und dortigen Vorlesungszeiten nur in wenigen Ländern möglich.“

Generell gibt es weltweit viele Möglichkeiten, ein Auslandsstudium zu absolvieren. Da die Studienkosten in vielen Ländern jedoch hoch sind, lohnt es, sich rechtzeitig über passende Programme und Stipendien zu informieren. Erste Anlaufstelle ist das Akademische Auslandsamt der TU oder HTW Dresden. Das Amt informiert rund um den Auslandsaufenthalt im Rahmen des Studiums. Außerdem findet man auf der Homepage auch ein Portal mit Erfahrungsberichten. Der Kontakt zu ehemaligen Programmteilnehmern ist wichtig, denn sie waren vor Ort und haben hilfreiche Tipps.

Viele Fakultäten haben Partnerunis im Ausland. Neben dem Austauschprogramm Erasmus+ mit Partneruniversitäten im europäischen Raum gibt es weltweite Kooperationen der TU Dresden und der HTW. In beiden Fällen werden die Studiengebühren erlassen. Je nach Gastland erhält man mit Erasmus+ einen monatlichen Zuschuss. Die Bewerbung, die zwischen Januar und März eingereicht werden muss, umfasst neben dem Lebenslauf und der Notenübersicht ein Motivationsschreiben. Die Termine für die Universitätskooperationen variieren. Für die USA und Kanada ist der Bewerbungsschluss bereits im November jedes Jahres.

Entscheidet man sich für eine außereuropäische Kooperation, kann man bei Aufenthalten bis zu sechs Monaten ein PROMOS-Stipendium (Programm zur Steigerung der Mobilität von deutschen Studierenden) oder bei längeren Aufenthalten ein DAAD-Jahresstipendium (Deutscher Akademischer Austauschdienst) beantragen. Wer ohne ein Programm ins Ausland gehen möchte, kann sein Studium trotzdem mithilfe eines Individualstipendiums, zum Beispiel über DAAD, PROMOS oder der Fulbright-Kommission, die ein einjähriges Studium in den USA unterstützt, finanzieren. Bezieht man bereits BAföG, stehen die Chancen für Auslands-BAföG gut. Und selbst wenn man kein Inlands-BAföG bezieht, lohnt es sich einen Antrag zu stellen, da aufgrund der höheren Ausgaben im Ausland der Fördersatz differiert.

Zuletzt gibt es kostengünstige Studienkredite, die zum Beispiel von der Kreditanstalt für Wiederaufbau angeboten werden. Man kann bis zu 300 Euro im Monat erhalten, die vier Jahre nach der ersten Auszahlung mit 120 Euro im Monat zurückgezahlt werden. Das Bil­dungs­kre­dit­pro­gramm der Bun­des­regie­rung ist ein zins­güns­ti­ger Kre­dit, bei dem man ebenfalls monatlich bis zu 300 Euro erhalten kann. Die Rück­zah­lung mit 120 Euro pro Monat ist auch hier erst vier Jah­re nach Aus­zah­lung der ers­ten Ra­te fällig.

Wenn alles Finanzielle geklärt und der Platz an der Uni sicher ist, ist der größte Teil der Arbeit getan. Bevor es schließlich losgeht, gilt es die eigene Wohnung rechtzeitig zu kündigen und eine neue Unterkunft im Ausland zu suchen sowie an Krankenversicherung, Visum und Beurlaubung zu denken. Ist auch das erledigt, heißt es Flug buchen, Koffer packen und los geht’s!

Text: Bianca Seidel

Foto: Amac Garbe

 

 

 

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